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July 12 2010

LIF-Spitzenkandidatin Mlinar: Gesamtschule mit Leistungsgruppen bietet Chance für Talente

post-imageIm Gegensatz zu den linken Parteien geht es den Liberalen mit der Einführung der Gesamtschule nicht um Gleichmacherei, sondern um die individuelle Förderung der Kinder durch Leistungsgruppen.  In diesem Interview fordert Angelika Mlinar die bestmögliche Ausbildung für unsere Kinder, die als Erwachsene im harten Wettbewerb bestehen müssen.

Redaktion: In der Gesamtschule  sollen alle Kinder eines Jahrgangs vereint sein. Also auch jene der Sonderschule. Wollen das auch die Liberalen?

Angelika Mlinar: Gesamtschule ist für uns eine Schule der 6-14-jährigen. Beim Gesamtschulmodell geht es in erster Linie darum, die Kinder entsprechend ihren Bedürfnissen zu fördern. Dazu haben wir mit den Leistungsstufen in den Hauptschulen bereits ein gutes Konzept, das man in die Gesamtschule als Schultypus übernehmen kann. Damit können Lehrerinnen und Lehrer individuell auch auf Minder- oder Hochbegabungen eingehen.

Integration ist nicht die Idee der Gesamtschule. Das muss man im Einzelfall – also je nach Kind – gesondert diskutieren.

Redaktion: Wie sollen Lehrer mit  begabten Kindern umgehen? Diese stellen ja auch eine besondere Herausforderung dar.

Angelika Mlinar: Wir brauchen Lehrerinnen und Lehrer, die diese Begabungen erkennen und fördern. In kleineren Gruppen wird es leichter, auf die Begabung des einzelnen Kindes einzugehen. Die Förderung von Hochbegabung ist dann auch eine organisatorische Herausforderung.

Redaktion: Befürworter der Gesamtschule bringen immer wieder das Argument, dass Hochbegabte andere Kinder im Unterricht mitziehen sollen. Wie siehst Du das?

Angelika Mlinar: Der Unterricht kann definitiv nicht auf die Schülerinnen und Schüler abgewälzt werden. Das ist nicht Aufgabe der Gesamtschule, sondern bleibt Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer. Das wäre auch eine Verschwendung unserer talentierten Kinder. Nein, diese gehören gesondert gefördert.

Redaktion: Warum ist Dir das Thema Gesamtschule im Wiener Wahlkampf wichtig?

Angelika Mlinar: Als Liberale fordern wir die flächendeckende Einführung der Gesamtschule in Wien, um dann für ganz Österreich weitere Schritte planen zu können.

Redaktion: Die Lehrergewerkschaft wird über diesen Vorstoß nicht sehr erfreut sein.

Angelika Mlinar: Jede Änderung ist der Lehrergewerkschaft ein Dorn im Auge. Aber: Für die Lehrergewerkschaft steht die Gehaltsdiskussion im Zentrum. Für uns Liberale geht es um die optimale Ausbildung der Kinder, die später im Wettbewerb bestehen müssen. Das sind unterschiedliche Interessen.

Natürlich wird sich das Berufsbild der Lehrer langfristig verändern. Und mit Übergangsfristen müssen wir auch die Ausbildung und die Gehälter gleichstellen. Da brauchen wir uns auch nichts vormachen: die Kosten für das Personal werden steigen. Dafür würden wir für unsere Kinder eine bessere Ausbildungsqualität schaffen und den Output steigern.

Redaktion: Die AHS-Lehrer und große Bevölkerungsgruppen lehnen die Gesamtschule ab.

Angelika Mlinar: Tatsache ist, dass die Diskussion bislang nicht in aller Ernsthaftigkeit geführt worden ist. Der Europäische Vergleich beweist den Erfolg der Gesamtschule.

Redaktion: Ich danke für das Interview!

June 09 2010

LIF-Spitzenkandidatin Mlinar: Reiche Eltern sollen für Kindergarten zahlen

post-imageIn Wien fehlen Kindergartenplätze. Und die wiederum hindern arbeitsuchende Eltern, einen Job anzunehmen, denn Kinder von Berufstätigen werden bevorzugt aufgenommen. Die Liberalen setzen sich für die Öffnung privater Kindergärten auch für Kinder aus ärmeren Familien ein und fordern einen Kindergartenscheck.

Redaktion: Welche Aufgabe hat der Kindergarten aus Sicht der Liberalen.

Angelika Mlinar: Im Fokus steht die Vermittlung sozialer Kompetenzen und die Vorbereitung der Kinder auf die Schule und auf ihrem Weg zum mündigen und kritischen Menschen. Der Kindergarten soll aber auch die Eltern unterstützen, damit diese neben der Familienarbeit ihrem Beruf nachgehen können. Daher müssen sich die Öffnungszeiten der Kindergärten den Arbeitszeiten anpassen.

Aber der Kindergarten hat heute auch die Aufgabe der Sprachvermittlung. Und zwar in beide Richtungen. Einerseits müssen Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache lernen, damit sie in der Schule nicht nachhinken. Andererseits müssen sie aber auch die Muttersprache beherrschen. Wer die Muttersprache spricht, lernt auch besser deutsch.

Redaktion: Wer soll den Muttersprachen-Unterricht finanzieren?

Angelika Mlinar: Wenn Jugendliche weder Deutsch noch ihre Muttersprache sprechen, verschärfen sich die sozialen Probleme über die nächsten Jahrzehnte weiter. Dagegen müssen wir im Interesse der Gesellschaft frühzeitig steuern. Die Stadt wird sicher mit einem öffentlichen Angebot nicht alle Sprachen abdecken können. Aber türkische und serbische Kinder sollen hier unterstützt werden, wobei hier auch die Vereine ihren Beitrag mit Sprachunterricht leisten sollen. Ähnlich dem Religionsunterricht.

Redaktion: Damit wachsen wohl die Anforderungen an den Kindergarten?

Angelika Mlinar: Ja. Und mit den wachsenden Aufgaben muss sich natürlich auch die Ausbildung für Kindergärtnerinnen und Kindergärtner weiterentwickeln. Wir brauchen die Bestqualifiziertesten und sind der Überzeugung, dass hier eine Matura heute nicht mehr reicht.

Redaktion: Soll der Kindergarten für alle Kinder gratis sein?

Angelika Mlinar: Zahlungskräftige Eltern können immer zahlen, sie sollen daher auch die finanzielle Verantwortung für ihre Kinder tragen. Daher sind wir gegen den Gratiskindergarten für alle. Für finanziell schwache Eltern fordern wir einen Kindergartenscheck. Dieser soll sozial gestaffelt – also je nach Einkommen – ausgestellt werden.

Redaktion: In Wien fehlen Kindergartenplätze. Wie können neue Kindergartenplätze entstehen?

Angelika Mlinar: Es ist ja nicht weiter verwunderlich, dass SPÖ-Bürgermeister Häupl die öffentlichen Kindergärten forciert. Das drückt sich klar in Zahlen aus. Während ein öffentlicher Kindergarten mehr als € 500 für ein Kind erhält, fördert die Stadt private Kindergärten mit € 226 pro Kind. Das ist eine klare Ungleichbehandlung. Auch, weil sozial schwache Kinder damit von den privaten – weil natürlich teureren – Kindergärten ausgeschlossen sind.

Wenn die  Fördermittel für private Kindergärten angepasst werden, entsteht ein Anreiz für den Bau neuer, privater Kindergärten. Und gleichzeitig haben Eltern die Wahlfreiheit, ob ihre Kinder einen privaten oder staatlichen Kindergarten besuchen.

Redaktion: Ich danke für das Gespräch.

December 09 2009

Sicherheit und viele Paare Augen

Paul Frühauf

Paul Frühauf

Als würde eine der höchsten Polizeidichten Österreichs und tausende Überwachungskameras im Stadtgebiet nicht reichen, hat Bürgermeister Franz Dobusch seinem jungen Stadtrat Detlef Wimmer von der FPÖ einen Herzenswunsch erfüllt: Weil angeblich der Wählerwille ‘nicht länger ignoriert’ werden könne, hat der Linzer Gemeinderat mit den Gegenstimmen von Grünen und KPÖ letzten Donnerstag beschlossen, daß Linz ab September 2010 eine Stadtwache bekommt.

Das ist eine uniformierte Truppe, die auf den Straßen für Ordnung sorgen soll.

Und ja, das denken nicht nur Sie sich, so was haben wir doch eigentlich schon. Nennt sich Exekutive, ist in Linz an jeder Ecke anzutreffen, vor allem aber gerade dann blitzartig an der nächsten Haltestelle zur Stelle, wenn ein Schwarzfahrer keinen Ausweis dabei hat.

Hier ein kleiner Denkanstoß. Es handelt sich bei diesen Beamten doch wohl um genau so ausgebildete, ausgerüstete und kompetente PolizistInnen, die genauso gut dort im Einsatz sein könnten, wo scheinbar die Unmengen brutalster Verbrechen passieren, die FPÖ und ÖVP so schön auf ihre Wahlwerbeplakate gemalt haben. Dazu noch ein bisschen weniger Abkassieren an gewissen Straßen und schon wären genügend Einsatzkräfte frei, um das Zöhrdorferfeld, das Ennsfeld, Auwiesen und wo sonst noch überall ein politisch verordneter Angstzustand herrscht, in urbane Festungen zu verwandeln.

Es ist keine Frage, dass es auch in Linz Problemgebiete mit Handlungsbedarf gibt. Die sind allerdings nicht mit einer privaten Ordnertruppe zu lösen, die entweder aus schlagstockbewehrten Aushilfsrambos besteht oder sowieso keine Kompetenzen hat. So eine Truppe hat nur eine Aufgabe, und das ist, Anti-Ausländer-’Argumente’ von Stadtrat Wimmer zu untermauern. Glaubt tatsächlich jemand, diese Leute werden nicht den Auftrag haben, besonders auf Migranten und sonstige nicht ins rechtsrechte Weltbild Passende zu achten? Natürlich gehen dann die Anzeigenzahlen nach oben und die Brandreden des Politikers, der auch der bekannten linkslinken Organisation Bundesheer zu rechts war, bekommen frischen Brennstoff.

Lösung Eigenverantwortung

Wie so viele Probleme lösen sich die meisten dadurch, etwas Eigeninitiative zu zeigen. Keiner verlangt patrouillierende bewaffnete Bürger in den Straßen. Meist reicht es, aufeinander zuzugehen und zu reden anstatt nach einer wie immer gearteten Autorität zu rufen (und im Notfall gibt’s immer noch die Polizei). Ja, das fordert Eigeninitiative. Das erfordert vielleicht sogar Mut. Die Absenz von Mut in der Zivilbevölkerung, eine Schafmentalität, fördert aber Tendenzen, in denen die Obrigkeit immer mehr und mehr Macht an sich reißt. Solchen gilt es entgegenzuwirken – denn die Freiheit ist ein kostbares Gut, das nur allzu schnell gegen wirkliche oder eingebildete Sicherheit eingetauscht wird. Zu diesem Thema wusste schon Benjamin Franklin Mitte des 18. Jahrhunderts: “Diejenigen, die  Freiheiten aufgeben würden, um geringe vorübergehende Sicherheit zu erkaufen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.”

Franklin war auch einer der Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und wusste daher durchaus, wovon er sprach.

Was Linz, Oberösterreich und Österreich ganz sicher nicht brauchen sind private Schnüffler und Beobachter, die ihren politischen Vorgesetzten brav Bericht erstatten. Ohne jetzt jemandem etwas unterstellen zu wollen – das hatten wir schon einmal, und wie es ausgegangen ist, weiß jedes Schulkind. Müssen wir erst warten, bis die Stadtwache schmucke Armbänder bekommt, um zu bemerken, was vorgeht?

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