Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

August 27 2010

Vitamin B oder gleiche Chancen für SP-Nachwuchs am Arbeitsmarkt?

Die Welt der Politik tickt anders. Gut im politischen System verankert, braucht man sich um seinen Job nicht zu sorgen - Vitamin B ist kein Problem. Dazu benötigt die Politik passende Unternehmen, was auch die Struktur von Sozialversicherungsanstalten, Wohnungsgenossenschaften, Verkehrsunternehmen und auch das Gezerre rund um die Lehrer erklärt.

Doch die mittlerweile privatisierte VOEST scheint plötzlich die Spiele der oberösterreichischen SPÖ nicht mehr mitspielen zu wollen oder zu können.

Die SP-Granden geben sich ob dieser Entwicklung entgeistert, wie die OÖ. Nachrichten heute berichteten:

“Der geplante Wechsel des Linzer SP-Bezirksgeschäftsführers Christian Forsterleitner in den voest-Konzern ist geplatzt. voest-Generaldirektor Wolfgang Eder persönlich hat sein Veto eingelegt. Ein börsenotiertes Unternehmen könne es sich nicht leisten, den Anschein zu erwecken, dass es politischen Parteien verpflichtet sei, hieß es aus dem Büro des Generaldirektors. Getroffen habe Eder die Entscheidung, nachdem die OÖNachrichten am Mittwoch über den Wechsel berichtet hatten. Weitere Stellungnahmen gab es gestern aus der voest nicht.

Der 33-jährige Christian Forsterleitner – er gilt in der SPÖ als eine der hoffnungsvollsten Personalreserven sowohl für die Stadt Linz als auch für die Landes-SP – hätte einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag bei der voest erhalten sollen und im Stab von Finanzvorstand Alfred Düsing eine Aufgabe übernommen. Düsing gilt immer noch als Verbinder in die SPÖ, während Eder konsequent auf Distanz ging und vor allem mit Ex-SP-Landeschef Erich Haider auf Kriegsfuß stand.

Die Entscheidung Eders stößt in der SPÖ auf Unverständnis und Empörung: „Ich bin entsetzt“, sagte der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch. Erstens, weil seines Wissens nach der Wechsel bereits mit Eder besprochen worden sei und zweitens, weil Forsterleitner unschuldig zum Handkuss käme. „Er ist hervorragend qualifiziert, hat Betriebswirtschaft studiert, hätte mehrere Angebote gehabt und wollte Erfahrung sammeln. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Herr Eder hat Erklärungsbedarf“, sagte Dobusch.

Es sei auch nicht so, dass die SPÖ beschlossen habe, dass Forsterleitner in die voest wechselt. Die einzige Entscheidung, die die SPÖ getroffen habe, war die Regelung der Nachfolge Forsterleitners.

Auch SP-Landeschef Josef Ackerl machte gestern im Sommerinterview mit den OÖNachrichten seinem Ärger Luft: „Ich bin total angefressen, weil das eine Diskriminierung ist.“ Als Eder im Umfeld des verstorbenen voest-Generals Peter Strahammer groß werden konnte, habe er kein Problem mit dessen Zugehörigkeit zur SPÖ gehabt, so Ackerl.

Forsterleitner, so hieß es gestern, wolle auf jeden Fall weiterhin für einige Zeit in die Privatwirtschaft wechseln. Bis jetzt hat er fast ausschließlich im Parteiapparat gearbeitet, daher wären einige Jahre in einem Unternehmen nicht von Nachteil, um für höhere Weihen in der Politik gerüstet zu sein.

Dass Forsterleitner einen Fuß in der Politik behält, steht fest: Er soll, wie berichtet, von Erich Haider die Funktion des Landeschefs des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker (BSA) übernehmen.

Was die SP-Granden am geplatzten Wechsel Forsterleitners zusätzlich ärgert, ist die Tatsache, dass ab 1. September mit Nikola Donig ein Mann Pressesprecher der voest wird, der in den vergangenen Jahren eine nicht gerade unpolitische Karriere hinter sich hat: Donig, Ex-ORF-Mitarbeiter, war Sprecher von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Wilhelm Molterer und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (alle VP).”

Die Argumentation der SP-Granden verdeutlicht die Abgehobenheit der Politik. “Diskriminiert” werden hier wohl nur alle Menschen, die nicht der SPÖ angehören. Wenn Bürgermeister Dobusch tatsächlich “Erklärungsbedarf” ortet, scheint er noch nicht begriffen zu haben, dass die Voest mittlerweile privatisiert wurde.

Zu diesem Artikel passt auch folgender:

Viel Staat – viel Macht: Stellenausschreibung als Farce

November 11 2009

Quelle-Konkurs – wirtschaftspolitische Herausforderung für die Region

Ira Shanker

Landeskoordinatorin OOE

Noch im Wahlkampf wollte die Linzer SPÖ die 1.100 Quelle-Arbeitsplätze mit einer symbolischen Haftung von € 800.000 retten. Doch  nun stehen an die 1.100 Quelle-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor einer noch unsichereren Zukunft, als noch vor wenigen Monaten.  Wo bleibt der Zukunftsplan für die mittlerweile stark angeschlagene Wirtschaftsregion?

Über zwei Jahrzehnte Quelle-Mitarbeiter

Der Verkauf der Markenrechte an den Meistbieter Otto-Versand hat nun auch den Linzer Standort schwer getroffen.  Dieser zusätzliche Keulenschlag  des deutschen Insolvenzverwalters zwingt die Quelle nach eigenen Managementfehlern weiter in die Knie, der Konkursantrag ist in Vorbereitung.

Die potentiellen Investoren haben hoch gepokert und wohl gewonnen: nach dem Konkurs gibt’s die Quelle noch günstiger  – oder vielleicht auch nur weitere Einzelteile wie die moderne Verpackungsstraße. Wird die Quelle tatsächlich weitergeführt, erspart sich der neue Eigentümer wohl die alten Abfertigungsansprüche und steigt mit neuen Verträgen ein.

Außenhandelsmitarbeiter, Verkäufer, Verpacker, Logistikverantwortliche, Marketer – 1.100 langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter samt deren Familien stehen kurz vor Weihnachten vor einer unsicheren Zukunft. Weitere Folgekonkurse der Quelle-Shops werden erwartet.

Wahlkampf 2009: Quelle-Haftung ohne Zukunftsvision

Diese Entwicklung war absehbar – sehr früh hatte man auf die geringen Sanierungschancen des deutschen Mutterkonzerns hingewiesen. Und die operativ erfolgreiche Quelle Österreich gab sehr offen zu, daß die finanzielle Stütze der Quelle Deutschland auch für das eigene Überleben wichtig wäre.

Doch unsere wirtschaftsfernen Landes- und Stadtpolitiker haben noch im Wahlkampf die Warnzeichen nicht erkannt.  Anstatt die während des Wahlkampfs beschlossene Haftung in Höhe von € 800.000 an ein konkretes Fortführungsszenario zu binden und sich damit schützend hinter die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu stellen, hat die SPÖ 800.000 Euro Steuergelder in den Sand gesetzt. Denn die Haftung wird laut SPÖ-Webseite genau dann schlagend, „wenn die Quelle zahlungsunfähig ist.“

Aus dem SPÖ-Wahlkampfspruch „Krise bekämpfen. Rasch handeln. Linz hilft Quelle.“ bleibt folgendes übrig: die SPÖ hat verloren. Sie hat rasch, aber undurchdacht gehandelt. Linz hat zwar die Lebensdauer der Quelle etwas verlängert – die tausende Menschen bleiben jetzt aber trotzdem im Regen stehen.

Unternehmensgründungen im online-Versandhandel stützen

Die Wirtschaftskrise hat unsere Region mittlerweile stark getroffen – auch wenn es offensichtlich ein politisches Tabu ist, darüber zu sprechen. Oberösterreich weist im Oktober mit 40 Prozent plus die höchste Arbeitslosen-Zuwachsrate unter allen Bundesländern zum Vergleichsmonat 2008 auf. Da helfen inhaltsleere Politik-Floskeln wie „volle Unterstützung“ für die Quelle-Mitarbeiter,  „Trauer und Erschütterung“ der Politik wenig.

Was wir brauchen, sind Wirtschaftspolitiker, die es verdienen, als solche bezeichnet zu werden. Auch die werden zwar einen Quelle-Konkurs, der auch auf Managementfehlern beruht, nicht verhindern können. Aber sie werden auch nkeine künstliche Lebensverlängerung als symbolischen Wahlkampf-Akt stillschweigend dulden.

Wirtschaftspolitiker könnten jetzt für Rahmenbedingungen sorgen, die es innovativen Gründern und Gründerinnen leichter macht und Investitions- und Risikofreude belohnt. Passend aus dem LIF-Linz-Wahlprogramm 2009:

§ Inkubator für Gründungen in Linz – der Start in die Selbständigkeit verlangt eine gründliche Vorbereitung. Ein gemeinsamer Raum in Form eines Inkubators ermöglicht den gegenseitigen Austausch und öffnet frühzeitig Kooperationschancen.  Raum für den Linzer Inkubator wäre beispielsweise in der Tabakfabrik.

     Gründerinformation auf www.linz.at – das Magistrat soll Gründerinnen und Gründer mit gebündelten Informationen über die bereits vorhandenen Anlaufstellen und Fördermöglichkeiten unterstützen.

     One-Stop-Shop für Finanzierungsfragen

     Privatkapital für innovative Unternehmen – um Investitionen am Standort Linz zu stärken (das Abwandern von (High-Tech-) Unternehmen und Arbeitsplätzen zu verhindern), soll gemeinsam mit dem Land Oberösterreich ein Finanzierungs-Fond forciert werden. Steuerliche Anreize sollen Privatinvestoren animieren, Kapital in diesen Finanzierungs-Fond und damit in junge Unternehmen zu investieren.

Unter anderem weist der E-Commerce-Bereich steigende Umsätze auf – sicherlich ein interessanter Bereich und eine Chance für so manche zukünftigen Ex-Quelle-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl